Bürgerinitiative zur Begleitung der Städtepartnerschaft Leverkusen - Wuxi, China

China-Reisen

Die 3. Bürgerreise

von Mitgliedern und Freunden des Forum Wuxi-Leverkusen nach China fand vom 18. bis 28. April 2011 statt.

Die Reiseziele waren:

  • Shanghai
  • natürlich unsere Partnerstadt Wuxi mit Empfang durch den stellvertretenden Bürgermeister im neuen Verwaltungsgebäude der Stadt (wir überreichten als Gastgeschenk im Jahr des Metallhasen eine Metallplastik eines Hasen gestaltet vom Leverkusener Künstlers Kurt Arentz) und Abendempfang durch den Stellv. Leiter des Foreign Affairs Office
  • Kunming
  • Dali
  • Lijiang
  • Zhongdian (auch Shangri La genannt)
  • Und wieder zurück nach Shanghai.

Unsere Reiseleiterin war wieder Frau Gao, die wir sehr schätzen.

Abflug am 17.04.2011 von Frankfurt, Rückflug am 29.04.2011 nach Frankfurt.

Nachstehend der Reiseplan für diese Reise.

3. Bürgerreise, Reiseplan

Zur Information über die Reiseziele hier Links auf die Wikipedia Enzyklopädie:

Namen der jeweiligen Stadt anklicken.
Das Forum Wuxi-Leverkusen gibt keine Gewähr für die Richtigkeit der gemachten Angaben und distanziert sich ausdrücklich von allen eventuell zu beanstandenden Aussagen dieser Webseiten.

Shanghai  Wuxi  Kunming  Dali Stadt  Lijiang  Zhongdian

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Bisherige Besucher der Stadtverwaltung Leverkusens in Wuxi:

  • Oberbürgermeister  Ernst Küchler,
  • Oberbürgermeister  Reinhard Buchhorn,
  • Sozialdezernent      Frank Stein,
  • Kulturdezernent      Marc Adomat,
  • Wirtschaftförderung  Dieter Roeloffs

Ratsmitglieder: Wolfgang Blümel, Bernhardt Marewski, Hiltrud Meier-Engelen,  Dr. Klaus Naumann

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Wir – ganz allein auf der chinesischen Mauer

Eindrücke von der 2. Bürgerreise des Forum Wuxi-Leverkusen nach China

Das war wohl das überwältigendste Erlebnis dieser Reise: Bei strahlendem Sonnenschein und tiefblauem Himmel stieg die Reisegruppe aus Leverkusen begleitet von einheimischen Führern in Jinshanling auf zur großen Mauer und war dort ganz alleine. Unsere Dankbarkeit für die herrlichen Ausblicke von diesem gigantischen Bauwerk, das dem Höhenzug der Berge folgt, schloss die Bewunderung für den Willen zur Errichtung aber auch den Gedanken an die unendlichen Strapazen beim Bau ein.

(Zum Vergrößern der Bilder bitte jeweils ins Bild klicken)

Chinesische Große MauerMenschenmassen am Sommerpalast

Allein ist man in China wirklich selten! So äußerte ein Mitreisender im Park des kaiserlichen Sommerpalastes in Beijing: „Wenn hier allein die ganze Bevölkerung von Leverkusen zu Besuch wäre, dann wäre der Park noch leer“.

Der Start der Bürgerreise lag natürlich in Wuxi. Dort wurden wir herzlich vom Direktor des Foreign Affairs Office, Herrn Cai Dagang, zu einem wundervollen Abendessen eingeladen. Begonnen hatte der Tag mit einem Besuch des Schildkrötenkopf- Parks am Taihu, dem großen See, an dem Wuxi liegt. Am Nachmittag besuchten wir das Lanxess-Werk, dessen Direktor, Dr. Hu Dongqi, selbst die Führung übernahm. Sein Blick auf den Bevölkerungsreichtum: „In China kalkulieren wir ganz anders als in Europa. Hier ist nicht der Faktor Arbeitskraft kostenintensiv, sondern die Beschaffung des Materials.“ So wurde bei der Anlage des Werkes stark auf Recycling geachtet. Das kostet viel menschliche Überwachung, mindert aber beträchtlich den Verbrauch.

Empfang durch die Stadt WuxiGastgeber Cai Dagang mit Ritterspange

Dr. Hu (Leiter des Lanxess-Werks in Wuxi) begrüßt die Reisegruppe aus Leverkusen.

Dr. Hu, Lanxess, stellt die Firma vor

Die Vorstellung des Lanxess Betriebs sowie die Beschtigung einiger Werksteile gab uns einen Einblick in eine nach neuesten Umweltschutzregeln arbeitende Produktionsanlage, die durch den deutschen TÜV zertifiziert ist.

Auch Nanjing, die „südliche Hauptstadt“ etwa 200 km von Wuxi entfernt, bot uns bei mildem Frühlingswetter von seiner 32 km langen Stadtmauer einen guten Blick auf die Stadt. „Hier hat Ihre Kanzlerin gestanden und gesagt, dies sei die schönste Stelle von Nanjing.“ erklärte uns unsere kompetente, reizende Reisebegleiterin Frau Gao Shihong (Im Chinesischen steht der Nachname an erster Stelle) . Wir wollen unserer Kanzlerin nicht unbedingt widersprechen, aber die Wanderung durch den Park mit dem Mausoleum des 1. Ming-Kaisers und der Grabanlage für Dr. Sun Yatsen könnte diesen Platz durchaus streitig machen.

Das Mausoleum für Dr. Sun Yatsen

Wie überhaupt die schönen und gepflegten Parkanlagen, die Sauberkeit der Städte enorm beeindruckend ist. Auch da spielt der Faktor Mensch eine Rolle, denn es sind überall Pflegekräfte unterwegs. So fällt auch in den Geschäften auf, wie viele junge Leute zur Bedienung zur Verfügung stehen.

Von Nanjing ging es mit dem Flugzeug nach Xian. Die Terrakotta-Armee! All die vielen Berichte und Artikel in unseren Medien können den tiefen Eindruck nicht vermitteln, den die Ansicht der steinernen Armee in den riesigen Hallen bietet! Archäologen werden noch Generationen beschäftigt sein, das ans Tageslicht zu holen, was zu Ehren des Kaisers Quin Shinhuangdi, dem 1. Reichseiniger und Initiator der ersten 1900 km der Großen Mauer, unter die Erde kam oder für all die anderen Kaiser rundherum..

Ausgrabungsstätte der Terracotta Armee

Beijing war das nächste Ziel. Hier vermittelte sich uns ganz besonders der Eindruck eines 1,3 Milliarden-Volkes. Hochmoderne Gebäude, eine höchst lebendige Stadt, moderne Einkaufspaläste, alles zu kaufen…und die Menge der Besucher zeigt, dass auch gekauft werden kann. Die Entwicklung, die China seit seiner Öffnung gemacht hat, ist enorm. Selbst seit der 1. Bürgerreise vor zwei Jahren hat sich schon wieder vieles getan. Konnten wir damals die vielen Lastwagen sehen, die Baumsetzlinge transportierten, so stehen jetzt die Wälder!

Sommerpalast in BeijingDas Olympiastadion Vogelnest

Das „Vogelnest“, die Verbotene Stadt, der Sommerpalast, der Himmelstempel- und als Kontrast der Besuch eines Hutongs, eines Wohnhofes alten Stils, in dem uns seine fröhliche Bewohnerin stolz empfing. Ihr Großvater hatte diese Wohnstätte gekauft, in der sie sich trotz schwieriger sanitärer Verhältnisse rundum wohl fühlt. In einer Riesenstadt wird hier gute Nachbarschaft gelebt. Aber diese Wohnform wird wohl völlig verschwinden. Sie ist schwer zu sanieren und wird deswegen von den jungen Leuten nicht mehr akzeptiert.

Die Fahrt zur großen Mauer führte weiter nach Chengde, nahe der Grenze zur Mongolei. Hier stehen ein weiterer Sommerpalast der Kaiser und große Tempelanlagen wie der „Kleine Potala“, ein Nachbau des Potalas in Lhasa, in dem der Kaiser den Pantschen-Lama empfing. Auch Chengde mit nur 350 000 Einwohnern vermittelte das Bild einer Stadt, in der sich
enorm viel tut.

Gruppenbild vor dem kleinen Potala

Der Unterschied zwischen den pulsierenden Städten und den Dörfern ist noch enorm. Die Diskussion, was alles getan werden muss, um zu einer Verbesserung für die Landbevölkerung zu kommen, wird in den chinesischen Medien breit diskutiert, zur Zeit besonders der Unterschied der schulischen Versorgung zwischen Stadt und Land. Durch die Krise sind viele Wanderarbeiter nicht wieder in die Städte zurückgekehrt. Das verschärft die Lage auf dem Land und zwingt zu schnellen Lösungen.

Die Krise: Sie wird auch in China heiß diskutiert, aber wie völlig anders als bei uns. Keine Untergangsstimmung! Im Vordergrund steht der Wille, an der Lösung globaler Probleme mitzuwirken, die Feststellung, dass eine solche Krise Chancen bietet. Man übersieht nicht positive Zeichen: Zwar hat sich die Ausfuhr von Waren vermindert, aber die Handelsbilanz ist positiv!

Unser Fazit: Ein wenig mehr chinesischer Optimismus und Wendigkeit täte unserem „Ja, aber…“-Land ganz gut!

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Leverkusen, den 13. 4. 2007

PRESSEMITTEILUNG ZUR 1. BÜRGERREISE NACH WUXI

In Jiangyin steht ein Hofbräuhaus…

21 Bürger aus Leverkusen zogen aus, um Wuxi und Umgebung zu erkunden. Begeistert von einer rundum interessanten Reise kehrten sie gestern in ihre im Vergleich zu Wuxi winzige Heimatstadt zurück. Die wunderschönen Parks, die großen Tempelanlagen, Gedenkstätten für heldenhafte Vorbilder aus vergangener Zeit, Fahrten auf dem Tai-See und dem Xi-See haben unvergesslichen Eindruck gemacht. Neben Wuxi wurden Suzhou, berühmt für seine traditionellen Gärten, und Hangzhou besucht. Die Chinesen sagen: „Im Himmel gibt es das Paradies, auf Erden Hangzhou und Suzhou.“Mit dem Wasserdorf Zhouzhang verbindet sich der Begriff „Venedig des Südens“. Da alles durch den Sonnenschein in wunderbarem Licht lag, ergingen sich die deutschen Gäste in wahren Foto-Orgien.

Gleich zu Beginn wurde die Leverkusener Bürger durch Bürgermeister Gong feierlich begrüßt und mit einem Bankett geehrt. Leverkusen als einzige deutsche Partnerstadt von Wuxi genießt einen hohen Stellenwert. So wurde der Wunsch nach Besichtigung einer Schule auch sogleich in die Tat umgesetzt. Der Schulleiter Sun Jun Tai persönlich erläuterte das Curriculum der AMBF, einer Schule für Maschinenkunde, Elektronik und Technik (Sino-German Senior Professional and Technical School in Wuxi) für 5000 Schüler, von denen 2000 auch auf dem Campus der Schule wohnen. Ein Rundgang überzeugte von dem absolut modernen Standard. Anders als in Deutschland findet die gesamte Berufsausbildung in der Schule statt. Die enge Zusammenarbeit z.B. auch mit den deutschen Firmen ermöglicht jedoch auch schon während der Schulzeit Praktika in den Firmen. Ein Besuch bei Lanxess durfte natürlich nicht fehlen. Wunderte sich die
chinesische Reisebegleiterin Frau Gao zunächst über diesen noch nie von einer Gruppe geäußerten Wunsch, so war sie doch von den Informationen über Umweltschutz und Arbeitssicherheit sehr angetan.

Bhuddastatue bei WuxiÜberreichung der Leverkusenfahne

88m hohe Buddhastatue bei Wuxi             Dr. Persigehl, Lanxess, erhält eine Leverkusenfahne

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Zeitungsbericht aus Wuxi

   Wuxi Daily News
Chinesischer Artikel in Wuxi Daily Besuch aus der deutschen Partnerstadt in Wuxi

Gestern Abend traf sich Herr Gong Peixin, Vizebürgermeister der Stadt Wuxi und Mitglied des ständigen Ausschusses des Parteikomitees der Stadt Wuxi, mit der Delegation der Partnerstadt Leverkusen und führte ein freundschaftliches Gespräch mit der Vorsitzenden der FDP – Ratsfraktion und den Gästen.

Frau Meier-Engelen ist eine alte Freundin unserer Stadt. Herr Gong Peixin stellte den Gästen die wirtschaftliche Entwicklung in Wuxi dar und informierte über die deutschen Unternehmen in Wuxi. Er betonte, dass zwischen Wuxi, Leverkusen und den deutschen Unternehmen eine gute Zusammenarbeit im Bereich der Wirtschaft, der Wissenschaft, des Erziehungswesens, der Kultur und des Tourismus bestehe. Die beiderseitige Zusammenarbeit habe noch großes Potential.

Die Partnerschaft zwischen Leverkusen und Wuxi wurde im Juni 2005 beschlossen, wobei Frau Meier-Engelen eine wichtige Rolle gespielt habe. Sie ist Vorsitzende des Forums Wuxi-Leverkusen, das im Dezember 2005 gegründet wurde. In den letzten beiden Jahren hat Frau Meier-Engelen mehrmals als Vertreterin von Leverkusen an den Partnerschaftsveranstaltungen teilgenommen.

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Bürgerreise nach Wuxi

Vom 1. April bis zum 11. April 2007 fand die erste Bürgerreise in die Partnerstadt Wuxi statt. An dieser Reise nahmen 21 Personen teil. Das von der chinesischen Reiseagentur vorgelegte Reiseprogramm ist nachstehend aufgeführt.

Tag Programm Mahlzeit Stadt
Tag 1 13:30 Ankunft in Pudong und Begruessung durch Ihre Reiseleitung. Anschliessend fahren Sie mit dem Bus nach Wuxi zum Bankett Wuxi Stadt In Wuxi
Tag 2 Morgens Fahrt zum Grossen Lingshan Buddha. Nachmittags Besichtigung bei Wuxi Yixing Purpursandkeramik Fabrik F/M/A In Wuxi
Tag 3 Vormittags Schiffahrt auf dem Taihu See und Besichtigung im Schildkroetekopf-Park.Nachmittags Besuch bei der Suesswasser Perlen Zucht F/M/A In Wuxi
Tag 4 Busfahrt nach Suzhou. Sie besichtigen einen buddistischen Tempel -Hanshan-Tempel und einen traditionellen chinesischen Garten: Garten des bescheidenen Beamten. Auch der Besuch einer Seidenspinnerei steht auf Ihrem Programm F/M/A In Suzhou
Tag 5 Busfahrt nach Wasserdorf Zhouzhuang mit Besichtigung. Nachmittags Bummel auf der Guanqian Strasse F/M/A In Suzhou
Tag 6 Mit dem Bus erreichen Sie heute Hangzhou,Paradies auf Erde. Sie unternehmen eine Bootsfahrt auf dem Westsee und sehen die drei Pagoden im Mondspiegelung und besichtigen den Huagang-Park sowie die Leifeng -Pagode.Nachmittags besichtigen Sie bei der beruehmten Teeplatage und kosten Sie den Drachen-Brunnen Tee F/M/A In Hangzhou
Tag 7 Vormittags besichtigen Sie eine schoene buddhistische Tempelanlage mit Buddhastatuen am Felsen. Nachmittags besichtigen Sie Ahnentempel des Generals Yue F/M/A In Hangzhou
Tag 8 Busfahrt nach Stadt Jiangyin. Besichtigung bei schonen Huangshan-See -Park und Park der Nase der Gans F/M/HB Robert Cao Inladen In Jiangyin
Tag 9 Nach dem Mittagsessen Busfahrt nach Shanghai.Am Abend erleben Sie koloniale Prachtbauten bei einem Spaziergang am Bund und geniessen Sie die schoene Shanghai bei Nacht am Huangpu-Fluss F/M/A In Shanghai
Tag 10 Nach dem Fruehstueck Transfer zum Pudong Flughafen und Ausreise F  

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Wuxi International Sister Cities Forum
on Educational Internationalization

12. bis 15. 11. 2006

Bericht von Hiltrud Meier-Engelen

„China-Tempo!“ bemerkte Frau Wang Wu, Vizepräsidentin der Southern Yangtze University, mit einem kleinen Lächeln zu uns gewandt, während sie uns stolz durch ihr Reich führte. In der Tat, in nur drei Jahren hat die Stadt Wuxi einen Campus für 25 000 Studentinnen und Studenten errichtet, eingebettet in eine wunderschön gestaltete Flusslandschaft.

Das ist überhaupt etwas, was dem Besucher in Wuxi auffällt: Die vielen gepflegten Parks und die breiten Grünstreifen längs der großzügig angelegten Straßen. Bei all der rasanten Bautätigkeit achtet man doch auch auf gestalterische Elemente.

Die chinesische Stadt hatte zum Städtepartnerschaftsforum mit dem Thema „Internationalisierung der Bildung“ Gäste aus aller Welt eingeladen, und sie kamen – aus Australien, Japan, Korea, Malaysia, Neuseeland, Russland, USA und vielen europäischen Staaten. Als Vertreterin der einzigen deutschen Partnerstadt von Wuxi wurde mir eine bevorzugte Behandlung zuteil, die sich zum Beispiel darin ausdrückte, dass ich gleich nach dem Kollegen aus der japanischen Partnerstadt Sagamihara meine Rede zur Bildung in Deutschland und den Angeboten in Leverkusen halten konnte. Bei einem Tagungsprogramm, das morgens um kurz nach 8 Uhr begann und bis zum späten Abend mit 26 Reden gefüllt war, konnte ich da noch der Aufmerksamkeit des Auditoriums gewiss sein.

Wuxi International Sister Cities Forum 2006

Das Anliegen dieser Konferenz erläuterte Herr Wang Bintai, Generaldirektor der Bildungsbehörde der Provinz Jiangsu, in der Wuxi liegt. Seinen Ausführungen durfte ich u. a. ent-nehmen, dass man beeindruckt ist von den deutschen Bildungs- und Lehrplänen. Die Zielsetzung in der Bildung in China ist allerdings eine sehr pragmatische: Ohne gute Bildung und Ausbildung kein Fortschritt in der Wirtschaft. Dagegen stellte ich den bei uns vertretenen Ansatz, dass Bildung zunächst einmal der „Menschwerdung“ dient, sich also an den Fähigkeiten und Bedürfnissen des Einzelnen ausrichtet. Ist dies eingebettet in eine Erziehung zur Stärkung der sozialen Fähigkeiten, dient auch dies der Gesellschaft insgesamt.

Da keine Diskussionen vorgesehen waren – wahrscheinlich ahnte man, dass Bildungsdiskussionen ins Unendliche führen können – fanden Aussprachen beim Essen oder Tee statt. „Was können wir den Chinesen denn überhaupt noch bieten?“meinte Prof. Valeau aus Baton Rouge, USA, einer der ausländischen Berater des Wuxi Education Office. Offenbar geht auch in den USA die Furcht vor der Globalisierung um. Gemeinsam kamen wir zu dem Schluss, den wir deutlich, wenn auch nicht gerade philosophisch so fassten: „Wenn wir uns aus Angst einkapseln und im Jammer baden, wird die Geschichte so mit uns umgehen, wie wir mit einer Dose Ölsardinen, die ihr Verfallsdatum überschritten hat.“

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass sowohl die Australier als auch die Neuseeländer aus dem Zustrom chinesischer Studierender einen blühenden Geschäftszweig gemacht haben. Wir müssen in Deutschland davon nicht ausgeschlossen bleiben, denn es wurde mehrfach betont, dass Chinesen und Deutsche in ihrer Einstellung zu Bildung und Arbeit vieles gemeinsam haben. Ein Lehrer der Berufsschule sagte uns sogar, dass ihm das Erlernen der deutschen Sprache viel leichter gefallen sei als das Englische, es sei systematischer!

Der nächste Tag war der Besichtigung der Universität und von Schulen gewidmet. Ein Blick in die Berufsschule belehrte uns: Hier ist man auf modernstem Stand. Einer der Maschinensäle ist mit Unterstützung der Firma Bosch eingerichtet worden. Die Schülerinnen und Schüler haben ihren Arbeitsplatz bei dieser Firma in Wuxi schon so gut wie sicher.-  Mit fröhlichem Blumenschwenken wurden wir in der koreanischen Schule von den Jüngsten begrüßt. Dass man dort auch früh Englisch lernt, bewies uns ein Erstklässler, als wir in seinen Klassenraum hineinkamen:

„O no, o my god!“

Alle Teilnehmer lobten, dass die Stadt Wuxi zu einem solchen Bildungs-
kongress eingeladen hat und sich an Erfahrungen anderer Länder so interessiert zeigte. Befördert wurden dabei sicherlich nicht nur die Kontakte zu Wuxi sondern auch die zwischen den vertretenen Institutionen der Gäste. So werden wir wohl in Leverkusen nicht nur Gastschüler aus Wuxi erwarten dürfen, denn ein Besuch aus Hamilton, Neuseeland, ist schon fest versprochen.

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